Diggedidope über: Massiv feat. Haftbefehl – »Check Mein Magazin«

Massiv-Blut-gegen-Blut-3-Cover

Massivs »Blut gegen Blut 3« wird eines der unterhaltsamsten Deutschrap-Alben des Jahres. Steht fest. Der Mond, der einst in sein Ghetto krachte, hat ihn auf alle Fälle dermaßen wütend gemacht, dass er auf seiner neuen LP mit Schimpfwörtern um sich schmeißt wie kein zweiter. Gepaart mit der überschlagenden Stimme, die klingt, als kreuzte man eine sehr schmerzhafte Hodentorsion mit dem Stimmbruch eines 15-Jährigen, kreiert der Rapper aus dem Rheinland unkopierbare Atmosphäre.

Eine kleine Kostprobe von dem, was Mister M-A-S alles anstellt: er misshandelt internetverjunkte Drecksnutten mit einem Sektglas. Er trinkt Blut aus einem Büffelhorn. Er dreht seine Runden in einem mattbraunen (erstes Ausrufezeichen!) Leichenwagen (zweites Ausrufezeichen!). Was auch gut kommt, ist, dass er Prostituierte aus Bordelle jagt und diese kopfüber in Zellen aufhängt. Eigentlich nimmt er sämtliche absurde Dinge (zwei abgetrennte Scheren von einem Riesenhummer!!!), um damit wiederum noch absurdere Taten an seinen Kontrahenten – all euere Mütter, Schwestern, Tanten, diverse Splash! Besucher und natürlich Straßenrap-Feinde – umzusetzen. Massiv ist auf jeden Fall richtig zurück.

Das Aberwitzige an den ganzen Songs ist jedoch, dass man jegliche Texte der bisher bekannten Auskopplungen munter miteinander tauschen könnte und es weiterhin viel Sinn ergäbe. Denn es dreht sich bekanntlich alles um’s Abschlachten, Beibeschlafen, Massakrieren. Und wer wird nicht gerne am Anfang eines jeden Liedes beleidigt. Eben. Ich fordere zudem einen JUICE-Remix der Redakteure. Stephan Szillus sitzt im Büro und brüllt »Check mein Magazin!«. Mach ich, Kumpel.

Rap is entertainment. Mario Barth und Co. sollten sich mal eine Scheibe abschneiden… Money Boy und Massiv greifen sich euer Zepter, ihr Schaweine. Das Zepter, das ihr nie verdient hattet.