Ein paar Worte über: kaynBock & Montez – Perfektes Wetter

Ganz langsam deutet er sich an. Während die Sonne hinter dichten Wolken verschwindet und der Himmel sich grau färbt, setzt urplötzlich Wind ein und man findet sich inmitten eines Sturmes wieder. In „Awes Hurrikan“, dem Opener der fünf-Song-starken EP „Perfektes Wetter“ von kaynBock und Montez. Die beiden Bielefelder, die in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal zusammen arbeiteten und beide noch relativ am Anfang ihres musikalischen Werdegangs stehen, entschlossen sich dazu, gemeinsam neues Material auf das hungrige Rapkonsumentenvolk loszulassen.

Geglückt. Was die Videoauskopplungen „Echo“ und „Luft“ andeuteten, setzen die übrigen drei Songs gekonnt fort, wenn auch das Intro gut und gerne Vocals vertragen hätte. kaynBock und Montez hatten mich mit ihren Debütwerken „Trümmertetris“ bzw. „Karneval“ schon auf deren Film gebracht. „Perfektes Wetter“ stellt eine Weiterentwicklung dar, die sich vor allem in der Rapleistung und den Beats widerspiegelt. Der von der JUICE zum „Drake-Dolmetscher“ ernannte kaynBock (was er so gar nicht gerne hört) hat da bis dato zwar die Nase vorn, Montez geht mittlerweile aber weitaus besser ins Ohr als noch zu „Punchlines eines Melancholikers“- oder „Karneval“-Zeiten. Was die textliche Tiefe betrifft: wenn theatralisch über nächtliche Versprechen am Bahnhof gerappt oder der Liebeskummer nachts am Fenster mit Whiskey und „City of Colour“ bekämpft wird, bin ich Feuer und Flamme. Ganz klar. So knüpft die „Platte“ textlich an die authentischen und pathosgetränkten Vorreiteralben an. Dass Awe sich in Zusammenarbeit mit Produzentenkollegen wie den Drumkidz, Bobby Johnson und George Air Brush beattechnisch selbst übertroffen hat, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Was soll ich noch groß sagen? Fünf Songs, kein Skipkandidat, textlich sehr tiefgehend und wunderbar produziert. Noch dazu kostenlos. Ich bin Fan! Genießt das Wetter.

Zum Download der EP geht es hier.