BlowUp! mit FiST, Maxat, Weekend, Morlockk Dilemma etc. in Crailsheim, 12.05.2012.

Gestern Abend war wie von mir oft propagiert die BlowUp!-Jam in Crailsheim, auf welcher sich Rapvirtuosen des Landes versammelten und die leider nicht allzu große Masse an Fans deutschen Sprechgesangs begeistern konnten. Im Vorfeld gab es gleich eine negative Überraschung, denn der Neuberliner (Hahaha, hab ich das wirklich geschrieben?) Olson sagte kurzfristig krankheitsbedingt ab und VBT-Ikone Weekend sprang ebenso spontan ein. Was aber keineswegs mindere Qualität versprach.

Wir kamen in Begleitung einer Freundin, da Kollege Denis von Playmuzikk einmal mehr Probleme mit der deutschen Bahn hatte – ihr alle kennt das – nicht wie geplant um 18, sondern erst um 19 Uhr in der Weltmetropole Crailsheim an, klärten uns gönnerhaft wie wir leben ein Taxi und ließen uns zur ominösen Ingersheimer Turnhalle kutschieren. Gästelistencheck hier, Gästelistencheck da, Ausweise zeigen hier, Ausweise zeigen da und wir waren mit einem grünen Bändchen mitten im frivolen Spaß deutschen Sprechgesangs. Ob diese Kontrollleute am Eingang 2012 wirklich glauben, dass jeder Blogger einen Presseausweis besitzt, kann ich nicht ganz ernsthaft beurteilen – falls es der Fall sein sollte: welcome to our world.

Aber egal. Wen interessiert dieses unwichtige Vorgeplänkel? Wir waren da und tranken Bier. Bier. Und Bier. Und ich bekam auf der Toilette das 1-0 Zwischenergebnis der Dortmunder gegen die Münchner Bayern durchgesagt. Richtig korrekt. Das gab Anlass für mehr Bier. Wir tranken Bier schnell, Homie. Und das nicht einmal gelogen. Nach zehn Leuten, die Kumpano Denis für FiST hielten („Bist du FiST? Du hast sein T-Shirt an und ich weiß nicht, wie er aussieht!“), einer richtig wacken Freestylecypher („Kokaziehen in Klokabinen!“) und Hustenbonbonflashs, hatte der regionale Voract Morelove Rec. die Ehre, das Event einzuläuten. Haben wir uns gegeben, bis wir auf die Idee kamen, neuen Gerstensaft einzutüten.

Als plötzlich die Klänge von Weekend und emkay in unser Ohr eindrangen, machten wir uns wieder auf vor die Bühne und sahen einen guten Auftritt, der mit einem VBT-Special perfektioniert und vollendet wurde. Skorrekt, Jungs! Und weil wir gerade bei „korrekt“ sind, ging’s anschließend auch weiter mit Maxat & FIST. Für uns wohl der schönste Auftritt, weil wir die Texte vom „Ohne Worte“-Album kannten. Und noch dazu den Pegel erreicht hatten, sodass wir unseren Homebwoi Jadakiss mit der berühmt berüchtigten „Jada“-Lache ordentlich repräsentierten. Neben den „Klassikern“ offenbarte man uns auch zwei (?) neue Songs – u.a. von FiSTs neuem Remixtape oder bis dato komplett unveröffentlichtes Material.

Als die Festivitäten auf der Bühne beendet waren, begegnete man sich locker am Merchstand. Ihr ahnt es bereits. Was verbindet ihr mit „Bier, Bier, Bier und Bier“ und „Merchstand“? Ja, richtig. Einkaufen. Verkaufstalent emkay schaffte es irgendwie, dass wir beide uns jeweils ein „Ich ♥ Wochenende“-Weekendshirt mitnahmen. Zwei für fünfundzwanzig, es klang zumindest fair. Inwiefern wir gespart haben oder nicht? Keine Ahnung, immerhin ein neues Shirt. Wir wären nachts am Bahnhof elendig erfroren, hätten wir nicht noch diese eine zusätzliche Shirtschicht gehabt, die uns vor dem Kältetod bewahren konnte.

Während man noch etwas schnackte, spielten im Hintergrund DCVDNS, Audio88 & Yassin & Morlockk Dilemma & Hiob. Das war uns aber zu dem Zeitpunkt irgendwie total egal. Wir machten, was wir wollten. Somachtenwirdeshia (Jonesmann Voice). Für uns war das Ding gelaufen, nicht mal mehr Headliner Favorite konnte uns dazu bringen, erneut in den Laden einzumarschieren. Egal. Finger geschnippt, Taxi gefahren, im Mäcces nocheinmal Weekend (+ seinen Backup, wer warst du eigentlich?) mit Maxat getroffen und sämtliche Hotels angerufen, die aber alle „restlos ausgebucht“ waren oder aber deren Besitzer etwas grenzdebil agierte („Ein Doppelzimmer? Hm, da müsste ich jetzt aufstehen, mich anziehen und schauen, ob was frei ist. Nehme Sie lieber das nächste!“). Okay, mane, WE don’t need that cash, we only wanted a fucking room. Und was wir bekamen? Zurück am Bahnhof dann noch The Story Of Our Life. Für einen alten Russen Taxiunternehmen gecalled und Preise nach Heilbronn (120 Euro) und Öhrhausen (???) (70 Euro) herausgefunden, die ihm schließlich zu teuer waren. You don’t say, old man.

Die Kälte zerfraß uns und wir begaben uns in einen stehenden Zug  (es waren vier an der Zahl, die in diesem gottlosen Ort verkehrten) – natürlich war das verboten. Wow. Real deal. 10 Minuten gesessen, dann Stimmen Bahnangestellter vernommen, die die Züge kontrollierten. Abgewartet – wir lebten den Film – und auf der anderen Seite des Zuges wieder raus.

Das war dann auch schon die Nacht, denn der Rest ist gänzlich unwichtig. Schlafen. Und schlafen. Und so. Alles in allem korrekte Nacht, und abschließend vielen Dank an Veranstalter Dima. Vielleicht hätte man ein solches Event nicht auf den „DFB-Pokal“-Finalabend legen sollen, aber aus Fehlern darf man ja bekanntlich lernen.

diggedidope (jb)