Gestern Abend war wie von mir oft propagiert die BlowUp!-Jam in Crailsheim, auf welcher sich Rapvirtuosen des Landes versammelten und die leider nicht allzu große Masse an Fans deutschen Sprechgesangs begeistern konnten. Im Vorfeld gab es gleich eine negative Überraschung, denn der Neuberliner (Hahaha, hab ich das wirklich geschrieben?) Olson sagte kurzfristig krankheitsbedingt ab und VBT-Ikone Weekend sprang ebenso spontan ein. Was aber keineswegs mindere Qualität versprach.
Wir kamen in Begleitung einer Freundin, da Kollege Denis von Playmuzikk einmal mehr Probleme mit der deutschen Bahn hatte – ihr alle kennt das – nicht wie geplant um 18, sondern erst um 19 Uhr in der Weltmetropole Crailsheim an, klärten uns gönnerhaft wie wir leben ein Taxi und ließen uns zur ominösen Ingersheimer Turnhalle kutschieren. Gästelistencheck hier, Gästelistencheck da, Ausweise zeigen hier, Ausweise zeigen da und wir waren mit einem grünen Bändchen mitten im frivolen Spaß deutschen Sprechgesangs. Ob diese Kontrollleute am Eingang 2012 wirklich glauben, dass jeder Blogger einen Presseausweis besitzt, kann ich nicht ganz ernsthaft beurteilen – falls es der Fall sein sollte: welcome to our world.
Aber egal. Wen interessiert dieses unwichtige Vorgeplänkel? Wir waren da und tranken Bier. Bier. Und Bier. Und ich bekam auf der Toilette das 1-0 Zwischenergebnis der Dortmunder gegen die Münchner Bayern durchgesagt. Richtig korrekt. Das gab Anlass für mehr Bier. Wir tranken Bier schnell, Homie. Und das nicht einmal gelogen. Nach zehn Leuten, die Kumpano Denis für FiST hielten (“Bist du FiST? Du hast sein T-Shirt an und ich weiß nicht, wie er aussieht!”), einer richtig wacken Freestylecypher (“Kokaziehen in Klokabinen!”) und Hustenbonbonflashs, hatte der regionale Voract Morelove Rec. die Ehre, das Event einzuläuten. Haben wir uns gegeben, bis wir auf die Idee kamen, neuen Gerstensaft einzutüten.
Als plötzlich die Klänge von Weekend und emkay in unser Ohr eindrangen, machten wir uns wieder auf vor die Bühne und sahen einen guten Auftritt, der mit einem VBT-Special perfektioniert und vollendet wurde. Skorrekt, Jungs! Und weil wir gerade bei “korrekt” sind, ging’s anschließend auch weiter mit Maxat & FIST. Für uns wohl der schönste Auftritt, weil wir die Texte vom “Ohne Worte”-Album kannten. Und noch dazu den Pegel erreicht hatten, sodass wir unseren Homebwoi Jadakiss mit der berühmt berüchtigten “Jada”-Lache ordentlich repräsentierten. Neben den “Klassikern” offenbarte man uns auch zwei (?) neue Songs – u.a. von FiSTs neuem Remixtape oder bis dato komplett unveröffentlichtes Material.
Als die Festivitäten auf der Bühne beendet waren, begegnete man sich locker am Merchstand. Ihr ahnt es bereits. Was verbindet ihr mit “Bier, Bier, Bier und Bier” und “Merchstand”? Ja, richtig. Einkaufen. Verkaufstalent emkay schaffte es irgendwie, dass wir beide uns jeweils ein “Ich ♥ Wochenende”-Weekendshirt mitnahmen. Zwei für fünfundzwanzig, es klang zumindest fair. Inwiefern wir gespart haben oder nicht? Keine Ahnung, immerhin ein neues Shirt. Wir wären nachts am Bahnhof elendig erfroren, hätten wir nicht noch diese eine zusätzliche Shirtschicht gehabt, die uns vor dem Kältetod bewahren konnte.
Während man noch etwas schnackte, spielten im Hintergrund DCVDNS, Audio88 & Yassin & Morlockk Dilemma & Hiob. Das war uns aber zu dem Zeitpunkt irgendwie total egal. Wir machten, was wir wollten. Somachtenwirdeshia (Jonesmann Voice). Für uns war das Ding gelaufen, nicht mal mehr Headliner Favorite konnte uns dazu bringen, erneut in den Laden einzumarschieren. Egal. Finger geschnippt, Taxi gefahren, im Mäcces nocheinmal Weekend (+ seinen Backup, wer warst du eigentlich?) mit Maxat getroffen und sämtliche Hotels angerufen, die aber alle “restlos ausgebucht” waren oder aber deren Besitzer etwas grenzdebil agierte (“Ein Doppelzimmer? Hm, da müsste ich jetzt aufstehen, mich anziehen und schauen, ob was frei ist. Nehme Sie lieber das nächste!”). Okay, mane, WE don’t need that cash, we only wanted a fucking room. Und was wir bekamen? Zurück am Bahnhof dann noch The Story Of Our Life. Für einen alten Russen Taxiunternehmen gecalled und Preise nach Heilbronn (120 Euro) und Öhrhausen (???) (70 Euro) herausgefunden, die ihm schließlich zu teuer waren. You don’t say, old man.
Die Kälte zerfraß uns und wir begaben uns in einen stehenden Zug (es waren vier an der Zahl, die in diesem gottlosen Ort verkehrten) – natürlich war das verboten. Wow. Real deal. 10 Minuten gesessen, dann Stimmen Bahnangestellter vernommen, die die Züge kontrollierten. Abgewartet – wir lebten den Film – und auf der anderen Seite des Zuges wieder raus.
Das war dann auch schon die Nacht, denn der Rest ist gänzlich unwichtig. Schlafen. Und schlafen. Und so. Alles in allem korrekte Nacht, und abschließend vielen Dank an Veranstalter Dima. Vielleicht hätte man ein solches Event nicht auf den “DFB-Pokal”-Finalabend legen sollen, aber aus Fehlern darf man ja bekanntlich lernen.
Kumpel Olson ist derzeit in aller Munde. Und zwar nicht wie es Savas wie Zungen ist, sondern so richtig. Interviewpräsenz hier, Interviewpräsenz da, nebenbei noch ein Sneakercheck mit den Homes von hiphop.de – und dann kurzerhand noch bei Visa Vie im KissFM-Studio vorbeigeschaut. Alles wegen seiner Free EP „40213“, die eigentlich nur Resteverwertung darstellt. Der Plan war, endlich wieder etwas zu releasen. Und korrekterweise nebenbei halt mal gucken, wie es ankommt, sodass man dann den gewollten Sound in DJ Stickles Krabbe (Name des Studios) am Album umsetzen kann. Der Ort, an dem übrigens auch Caspers #01 Album „XOXO“ aufgenommen wurde.
Klingt nicht nach der zukunftslosen Generation, zu welcher er sich im Intro des kostenlosen Kurzwerks zählt. Bislang 9.000 Facebook-Fans, die sich wohl im Falle eines Deals inklusive großer Albumpromotion mindestens verdrei-, vervier-, oder sogar verfünffachen werden. Was Parallelen zu Casper angeht: die Frisuren der beiden sind „schwul“, die Hosen zu eng und über dicke Felgen und Ice wird auch nicht gerappt. Außerdem wird Caspers Sprache adaptiert, weil Olson tanzt, als sähe keiner zu und alles „so perfekt“ ist. Popausflüge wie „Goldene Welt“ schmecken den Haterboys auch nicht. Deshalb ist der neueste musikalische Erguss auch erst 3 Tage draußen, dennoch steht schon fest, dass er „nie und nimmer“ an das 2009 erschienene „Rudeboy“ heranreicht. Auch wegen des Covers. Hateration-Formelsammlung, S. 17, 8 ff. Klingt doch nach kommendem Erfolg!
So ging es also vom glatzköpfigen Olson Rough(-lexxx) mit dem Look eines Hooligans und straßenbezogenen Texten zum metrosexuellen Olson mit Schnürsenkelgürtel und korrektsitzendem Undercut. Ich selbst bin gespannt und traue dem Düsseldorfer den ganz großen Wurf zu. Die EP zeigt, wohin der weitere Weg führen könnte.
Sicher ist, dass es 2012 auf „Almost Famous“-Tour mit Gerard und E-Rich geht. Große Deutschland-, Schweiz- und Österreichbesichtigung mit Live-Explosionen und viel Feierei, bevor dann irgendwann Olsons „XOXO“ erscheint. Zu wünschen wäre es ihm. Gute Aussichten im Rahmen der derzeit aufkommenden Deutschrap-Revolution, angeführt von ihm und seinen Kollegen Ahzumjot, Cro, eou, Rockstah und Co., gibt es. Den Markstein setzte ein Bielefelder. Zeit für neue, nachrückende Gesichter.
Das Jahr 2011 brachte wieder massig Musik mit sich. Ob kommerziell oder kostenlos – unzählige Releases fanden den Weg in meinen Schrank oder auf meine Festplatte. Oder beides. Auch fernab vom Rap war wieder was dabei! Allerdings neigen sich diese 12 Monate wieder einmal dem Ende zu, d.h. Zeit für einen groben Überblick, was ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpasst haben solltet. Würde euch gefälligst raten, mindestens all das gehört zu haben. Dann könnt ihr auch mitreden im Game! Reihenfolge willkürlich, zum Schluss meine Top 3!
Cro – E▲SY (kostenloser Download)
Das neuste Chimperator Signing Cro kam vor Monaten aus dem Nichts mit einem frischen Tape. Melodiöse Hooks, Pop und Rap gepaart, laut ihm Raop. Das ist, was es ist. Wunderbar frisch, wunderbares Potenzial. Dass man die nächsten Jahre steil gehen wird, zeigt jetzt die neueste Gratisveröffentlichung „E▲SY“.
Evidence – Cats & Dogs
Dieses Jahr schaffte es nun auch endlich EV seinen „Weatherman“-Nachfolger auf den Markt zu bringen. Keine Überraschung, dass es eines meiner Lieblingsalben 2011 wurde. Wie erwartet, Qualitätsware aus dem Hause Rhymesayers. Auch wenn die zweite Videoauskopplung behauptete, „it wasn’t me“, kann ich sagen, dass es aber auf alle Fälle er war, der mich dieses Jahr mit am meisten überzeugte.
Childish Gambino – Camp
Viele Rapper versuchen sich nach und nach als Schauspieler. Anders hier: weil Donald Glover neben der Schauspielerei überzeugter Musiker ist, gönnte uns das Jahr 2011 Childish Gambinos „Camp“. Manche mögen sagen: an einigen Stellen etwas kitschig. Ich sage: an den meisten Stellen durchaus perfekt.
Maeckes – Manx
Die EP, die ein indirektes Battle mit King Kool Savas’ großem Nr. 1 – Album “Aura” einging und dieses für mich persönlich für sich entschied. Der kurzzeitige Wahlwiener besinnte sich auf seine Wurzeln zurück und rappte endlich mal wieder ohne große Experimente, welche man auf „KIDS“ und vielmehr „Null“ zu beklagen wusste. Tja, Kids, nun null Probleme dank richtig geradem Rapshit von Deutschraps Schlingensief Maeckes.
Klubking – Die Pure Wackness (kostenloser Download)
Ein Tape der Güteklasse „nicht mehr für möglich gehalten“. 4 Jahre später als geplant erschien endlich die erste offizielle Songansammlung von Hildesheims Eins Klubking, der wie wenige wissen neben Kollegah einer der Pioniere deutschen Zuhälterraps gewesen ist. 41 Minuten Punchlinerap, Hoe-Slappereien und Guntalk. Die Delivery macht die Sache rund.
Bosca – Fighting Society
Bevor Vega im Januar zum zweiten Mal in voller Perfektion auf Albumlänge zeigt, wie Pathosrap auf Deutsch funktioniert, sendete man mit Boscas Erstling „Fighting Society“ einen ordentlichen Vorboten aus dem „Freunde von Niemand“-Camp. Zu teilweise etwas monotoner Beatwahl durfte man einen im Vergleich zu vorherigen Leistungen stark verbesserten Bosca genießen.
Liquit Walker – Vergessen In Der Gleichung (kostenloser Download)
Ein weiterer Kandidat, der zum Glück endlich mit einer ersten EP von sich reden machen konnte. Außerdem wurde ein Soloalbum in absehbarer Zeit versprochen. Dass gut Ding Weile haben will, sah man aber bereits an Herren Walkers „Vergessen in der Gleichung“!
J. Cole – Cole World
Wenn heißerwartete Alben irgendwie bloß aufgewärmt klingen. Scheint nun negativer als es war, aber das gewisse Etwas zum Klassiker fehlte dann doch. Trotzdem: gelungenes Debütalbum von Jermaine Cole.
Lil Wayne – Carter IV
Auch wenn der vierte Carter nicht in voller Perfektion an die ersten drei Teile anschloss, bleibt es eine Pflichterwähnung bezüglich der Albenkönige 2011. Wann das Video zum großartigen „She will“ erscheint, würde mich aber mal interessieren.
ASAP Rocky – Live.Love.A$AP (kostenloser Download)
Newcomeraction vom 3 Millionen Dollar Deal ASAP Rocky. Eines der grandiosesten Intros 2011 findet sich mit „Palace“ auf diesem kostenlosen Tonträger wieder. Allein dafür lohnte sich der Download, wobei die zugegeben überdurchschnittlichen Restanspielstationen nicht viel weniger h.a.m. gingen!
Big Sean – Finally Famous: The Album
Letztendlich etwas zu cheesy ausgefallen, was mich aber nicht davon abhielt, das Teil etliche Male im Player rotieren zu lassen. Groß Sean, gut Musik, schließlich berühmt über alles.
Nazar – Fakker
Mit exekutiver Unterstützung RAF Camoras in Form von Beats und Hooks wurde Nazars dritte Solo-LP ein wahrer Ohrwurmgenuss. Straßenrap kann auch anders.
The Weeknd – House Of Balloons (kostenloser Download)
Die erste EP aus dem Hause Abel Tesfayes, der mit einer der einprägsamsten und besten Stimmen 2011 ein Wunder an gesangener Kunst erschuf. RnB lebte für mich erstmals.
The Weeknd – Thursday (kostenloser Download)
Die zweite EP aus dem Hause Abel Tesfayes, die nicht ganz an den Erstling heranreichte, sich aber dennoch nicht zu verstecken braucht. Numero #02 wunderprächtigsten Gesangs von The Weeknd.
Migo – Riggedi Rawtakes Vol. 3 (kostenloser Download)
Als Herr Flavourkeeper 2008 den ersten Teil der „Rawtakes“-Reihe raushaute, gab’s noch straighten „too fukkin‘ drunk“ – Rap vom Shizo-Miggi. Der zweite Teil stellte das Bindeglied dessen und des neuen Miggi Pop-Styles dar. Der dritte Teil stand nun für die Vollendung zum massentauglicheren Streetpop mit reichlich Hitpotenzial. Ein gekonnt ausproduziertes und einwandfrei abgemischtes Album wird schleunigst erwartet!
kaynBock – Trümmertetris(kostenloser Download)
Bisschen schwerere Kost als einfach Tetris zu zocken. „Trümmertetris“ offenbarte triste und teilweise verbitterte Songs. Hätte man 2, 3 Songs der lauteren Garde weggelassen, hätte es bei mir nahezu Klassikerstatus.
Frank Ocean – nostalgia, ULTRA. (kostenloser Download)
Revolutionierte die RnB-Szene mit The Weeknd ganz allein und machte sie für mich erstmals richtig schmackhaft. Odd Futures Goldkehle Frank brachte hierauf auch meinen absoluten Sommerhit “Swim Good”.
Cro – Meine Musik (kostenloser Download)
Auch der erste Appetithappen von Cro schaffte es locker in mein persönliches Best Of 2011. Noch nicht ganz so ausgereift wie sein jüngster Nachfolger konnte er Cros Texte erstmals in den auditiven Gedächtnissen der Hörer verankern.
Montez – Karneval
Der junge Gewinner des hiphop.de-Newcomercontests lieferte mit „Karneval“ ein rundes, dennoch an manchen Stellen noch ausbaufähiges Werk ab. Nichtsdestotrotz konnte sich Montez hiermit einen Platz in meiner Pliggediplaylist 2011 sichern.
Marc Reis – Monolog
Namensänderung bedeutete ebenso andere Musik für den ehemaligen Sprachtot. Erwachsener, durchdachter und tiefsinniger präsentierte sich Marc Reis auf „Monolog“.
Silla – Silla Instinkt
Teilweise vermisste man einen roten Faden und es waren vielleicht auch ein paar Tracks zu viel, aber insgesamt hatte die Platte in einigen Tracks ihre Sternstunden. Nicht zuletzt wegen des Sommerhits „Jeder Tag“ – co-verantwortlich hierfür RAF Camora.
Morlockk Dilemma – Circus Maximus
Die gewöhnungsbedürftige Stimme Dilemmas schreckt so ziemlich jeden anfangs ab. Beim diesjährig erschienen „Circus Maximus“ hatte man sich aber ohnehin schon lange daran gewöhnt und durfte somit erneut schönstem Storytelling und majestätischen Ankünften des Messias lauschen.
Hiob – Drama Konkret
Als angekündigt wurde, dass Dilemmas Flowbruder im Geiste, Hiob, endlich sein neues Solo droppen sollte, sprangen die Deutschrap-Heads von ihren Stühlen. Zurecht, denn Hieronymuz überzeugt nicht nur mit Produktionen, sondern hier auch mal wieder mit Rap auf Albumlänge.
KAAS – Liebe, Sex & Twilight Zone „Eine CD Rap, eine CD Crap“ lautete wohl das Urteil vieler. So aber nicht meines, denn neben der entspannten Raphälfte fand auch der Eurodance-Part Gefallen bei mir. Die Idee, tiefsinnige Texte mit Message in Eurodance zu konvertieren, bleibt für mich aber weiterhin etwas umstritten.
The Throne (Jay-Z & Kanye West) – Watch The Throne
Dass die beiden Altmeister hier über-ausproduzierten Stoff liefern würden, war wahrscheinlich jedem klar, aber dass es so schön werden würde, hätte vielleicht auch keiner gedacht. Hingegen vieler Kritik erkläre ich diese Spitzenkollabo zu einem der vielen Highlights 2011. Chapeau, Jigga und Yeezy.
Absztrakkt – Diamantgeiszt
Lyrische Gewandtheit auf roughen Beats bringt euch Absztrakkts „Diamantgeiszt“. Das darf man auch als „Nicht-Buddhist“ feiern. Ungelogen!
Celo & Abdi – Mietwagentape (kostenloser Download)
Linguistische Vielfalt zeigten die beiden Frankfurter hier auf ihrem ersten gemeinsamen Mixtape. Um alles zu verstehen, müsste man wohl mindestens einen Abschluss als Sprachwissenschaftler haben. Oder eben Immigrant sein, der in multikulturellen Kreisen verkehrt. Gangstarap neu erfunden und erneut fresh gemacht. Die Azzlacks kommen 2012 mit neuem Haftbefehl Album plus Celo und Abdis„Hinterhofjargon“.
Grieves – Together/Apart
Sieht aus wie ein Emo, macht aber feinsten Rap. „Together/Apart“ aka die sonnige Seite der Hölle. Dope!
Florence + The Machine – Ceremonials
Wer The Weeknd feiert, wird Florence Welch vermutlich auch mögen. “Ceremonials”, das zweite Solo der Engländerin, beinhaltet exzellenten Gesang auf orchestralen Hochgenüssen. Der Soundteppich ist unglaublich. Diggedidoper Kirchensound!
K.I.Z. – Urlaub Für’s Gehirn Maxim, Tarek, Nico und DJ Craft bescherten uns im Sommer wunderbaren „Urlaub Für’s Gehirn“. Auch in Zeiten der Krise gäb’s von K.I.Z Ohrwürmer mit Liebe.
Nate57 – Auf Der Jagd
Die Rückbesinnung auf herkömmliche Methoden. Ähnlich wie auf seinem ersten Mixtape „Willkommen Auf St. Pauli“ berappte der junge Hamburger ausschließlich Fremdproduktionen aus Amerika, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Ein Beweis, dass Altbewährtes oft am besten greift. Nettes nebenbei: heraussprang Chartplatzierung #10.
Kendrick Lamar – Section.80
Fire! Keine Worte für dieses Mixtape, das man getrost Album nennen darf. Der Junge hat nebenbei eine EP mit J. Cole in der Pipeline. Mund zu machen, „Section.80“ hören!
eou – WIRSIND10 (kostenloser Download/ Kaufversion mit Bonustracks)
10 Jahre dabei und sie kennt keine Sau. Crusoe und Snew brachten am Anfang des Jahres ihr „Best Of“-Mixtape inkl. neuer Songs und Remixes. Lohnenswert. Urteil: sehr gut, keine Widerrede. Kurze Gesangseinlage, Moment: kommt mir nicht mit Geschmackssache, einfach Messerstich, lak, ich bin ein Süüüüücho, wenn’s um eou geht. Inside joke. 2012 sollte man definitiv outwatchen, denn da erscheint deren neues Schmuckstück „KID LIFE CRISIS“.
XV – Zero Heroes (kostenloser Download) Vizzy konnte mit „Zero Heroes“ das perfekte Mixtape abliefern, das seine Vorgänger in allen Belangen übertrumpfte. Ein Album solcher Klasse könnte gehörig einschlagen! The Kid With The Green Bagpack?
Prinz Pi – Rebell Ohne Grund
Während „Neopunk“ nicht allen schmeckte und „Teenage Mutant Horror Show II“ eh nicht an den Vorgänger herankam, servierte der Prinz im Februar mit „Rebell Ohne Grund“ klassische Pi-Kost. Korrekt vom iGod!
Pusha T – Fear Of God 2: Let Us Pray
Koks als Metapher für’s harte Streetlife. Standard! Cocaine Talk auf EP-Länge. Umwerfender Pusha-shit. EUGKH! YES MY GOD!
Olson – 40213 (kostenloser Download)
Noch gar nicht erschienen, ich weiß. Prophezeie dem neuesten, fünf Track starken, musikalischen Ausguss von Olson (neuerdings ohne ‚Rough‘) allerdings so viel Qualität, dass ich’s guten Gewissens mit ins Best Of 2011 hineinpacken kann. Ab dem 14.12. auf hiphop.de.
Meine Top 3 des Jahres 2011:
Ahzumjot – MONTY Es könnte schlimmer sein. Dieses Album hier könnte von Prinz Fero sein. Ein unglaubliches Debüt legte der Hamburger Ahzumjot mit dem nach seinem Hund benannten Album „MONTY“ hin. Musik für einsame Nächte, Musik für abreißende Liveshows. Kriegt das mal unter einen Hut. Größte Komplimente!
Drake – Take Care
Der zweite Longplayer von ‚October’s Very Own‘ Aubrey Graham wurde schon voreilig vor Veröffentlichung zu meinem Album 2011 gemacht, was sich letzten Endes auch als dieses entpuppte. Ich kann jedoch Caspers Aussage, „mit zwei, drei Songs weniger wär’s ein ‚Sechskrönling‘ geworden“, absolut unterschreiben. OVOXO.
Casper – XOXO
Keine Frage, dass Casper mit „XOXO“ wohl in der Bestenliste 2011 eines jeden HipHop-Liebhabers, der nicht gerade im Hate-Modus durch die Rapwelt spaziert, vertreten sein sollte. Genregrenzensprengung deluxe. Rap auf „Explosions in the sky“-esken Instrumentalen – HipHop ganz anders, aber doch so typisch. Und er ging damit wie sich selbst vorhergesagt “in die Top 10/ rinn wie Popdance”. Genauer gesagt sogar auf Platz eins.
Absolut dope Veröffentlichungen liegen hinter uns und das Jahr 2012 beginnt gleich wieder vielversprechend: ein wohl gut aufgelegter Vega, ein verstrahlter Marsimoto und ein nicht-rappender Tua eröffnen unser Musikjahr ’12 mit neuen Veröffentlichungen. Zudem darf man gespannt sein, was ein RAF 3.0 zaubert. All das und viel mehr dann ab Januar!